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Friesenroute Rad up Pad – der 290-Kilometer-Rundkurs durch Ostfriesland

„Rad up Pad" heißt auf Plattdeutsch schlicht „Rad auf dem Weg" – und genau das ist die Friesenroute: 290 Kilometer Rundkurs durch das Beste, was Ostfriesland zu bieten hat. Von der Seehafenstadt Emden über den Kutterhafen Greetsiel, das Seebad Norddeich und die heimliche Hauptstadt Aurich zurück durchs Fehngebiet – hier alle sechs Etappen mit Sehenswürdigkeiten, Tipps und GPX-Quellen.

Wer Ostfriesland in einer einzigen Radtour erleben will, nimmt die Friesenroute Rad up Pad – plattdeutsch für „Rad auf dem Weg". Der rund 290 Kilometer lange Rundkurs führt durch zwölf Gemeinden des Landkreises Aurich und die Stadt Emden und bündelt dabei sämtliche Landschaftsformen der Halbinsel: Marsch und Geest, Moor und Fehn, Küste und Binnenseen – die Ostfriesen nennen ihre Seen „Meere", und gleich mehrere davon liegen an der Strecke, vom Großen Meer über das Timmeler Meer bis zum Ewigen Meer. Gefahren wird steigungsfrei auf dem ausgeschilderten Radwegenetz; die Route ist mit dem eigenen „Rad up Pad"-Symbol markiert, zehn Rastplätze mit pavillonartigen Schutzhütten laden unterwegs zur Pause.

Etappe 1: Emden – Greetsiel (ca. 50 km)

Start ist die Seehafenstadt Emden. Vor dem Losfahren lohnt der Kulturteil: das Otto Huus zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt, die Kunsthalle, das Ostfriesische Landesmuseum mit seiner Rüstkammer und das Museums-Feuerschiff „Deutsche Bucht" im Hafen. Auch die historischen Wallanlagen – eine in dieser Erhaltung deutschlandweit einzigartige frühneuzeitliche Stadtbefestigung – lassen sich per Rad erkunden. Dann geht es hinaus in die Krummhörn mit ihren idyllischen Warfendörfern. Tipp: Der Abstecher zum knallgelb-roten Pilsumer Leuchtturm, dem wohl bekanntesten Fotomotiv Ostfrieslands, gehört auf dieser Etappe einfach dazu. Ziel ist Greetsiel mit seinem malerischen Kutterhafen und den Zwillingsmühlen – abends, wenn die Tagesgäste weg sind, zeigt der Ort sein schönstes Gesicht.

Etappe 2: Greetsiel – Norden (ca. 50 km)

Über den Deich und durch das Brookmerland führt die zweite Etappe ins Störtebekerland: In Marienhafe soll der legendäre Pirat Klaus Störtebeker einst Unterschlupf gefunden haben. Ziel ist Norden, die älteste Stadt Ostfrieslands, mit dem lebendigen Seebad Norddeich direkt vor der Tür. Tipps: Das Ostfriesische Teemuseum in Norden erklärt, warum hier mehrere Tassen am Tag Pflicht sind; in Norddeich locken die Seehundstation mit ihren Heulern und ein Abendspaziergang an der Wasserkante. Wer einen Ruhetag einlegen will: Von Norddeich fahren die Fähren nach Juist und Norderney – die Friesenroute lässt sich hier um einen Inseltag erweitern.

Etappe 3: Norden – Dornum

Weiter geht es entlang der Küste durch die Ausläufer des Nationalparks Wattenmeer – Deichschafe inklusive – in die „Herrlichkeit" Dornum. Der historische Ort trägt seinen alten Adelstitel zu Recht: Schloss und Burganlagen erzählen von der Zeit der ostfriesischen Häuptlinge. Tipp: Wer baden will, macht den kurzen Schlenker zum Sielort Dornumersiel mit seinem Strand – und packt vorher ein Fischbrötchen am Hafen ein.

Etappe 4: Dornum – Aurich

Jetzt verlässt die Route die Küste und taucht ins Binnenland ein: Durch die Moorlandschaft geht es nach Aurich, die heimliche Hauptstadt der Ostfriesen. Tipps: Am Weg liegt das Ewige Meer, einer der größten Hochmoorseen Deutschlands – ein Bohlenweg führt durch das Naturschutzgebiet. In Aurich lohnen Stadtbummel und Stadtpark; wer sich für die Windkraft-Region interessiert, besucht das Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum (EEZ).

Etappe 5: Aurich – Großefehn (über Wiesmoor)

Von Aurich führt die Route zunächst am Ems-Jade-Kanal entlang – Achtung: Bei Marcardsmoor schwenkt sie zum Nordgeorgsfehnkanal ab. Dann öffnet sich das „Blumenbeet Niedersachsens": Wiesmoor, inmitten der Moorlandschaft gelegen, lockt mit Gärtnereien, der Blumenhalle und dem Moorfreibad Ottermeer. Tipps: Wer im Spätsommer unterwegs ist, sollte das Blütenfest mit Blumenkorso mitnehmen. Im Fehngebiet warten anschließend die Mühlen von Spetzerfehn und Ostgroßefehn sowie das Brauereimuseum „Ostfriesen Bräu" – eine Einkehr, die sich Radfahrer redlich verdient haben.

Etappe 6: Großefehn – Emden (ca. 60 km)

Die Schlussetappe ist die längste und führt „am Kanal lang" zurück: Die typischen Fehnkanäle mit ihren weißen Klappbrücken begleiten den Weg durch die älteste Fehnkolonie Ostfrieslands. Tipp: Kurz vor Emden liegt die Klosterstätte Ihlow – hier stand einst eines der größten Zisterzienserklöster Norddeutschlands, heute erinnert eine begehbare Stahlkonstruktion an die verschwundene Klosterkirche. Danach rollt das Rad zurück in die Seehafenstadt, wo sich der Kreis nach rund 290 Kilometern schließt.

GPX-Daten und Navigation

Die Friesenroute ist für die GPS-Navigation vorbildlich aufbereitet: Alle GPX-Tracks – Haupttrack und Einzeletappen – stehen auf der offiziellen Routen-Seite unter mein-ostfriesland.de zum kostenlosen Download bereit. Zusätzlich sind die sechs Etappen bei Outdooractive hinterlegt (Export als GPX, KML oder FIT) und auch bei Komoot findet sich der Haupttrack samt Etappen. Für unterwegs bietet die App zum Portal grenzenlos-aktiv.de eine Navigationsfunktion. Nötig ist das alles streng genommen nicht – die Beschilderung mit dem Rad-up-Pad-Symbol ist durchgehend und zuverlässig.

Praktische Tipps zur Tour

  • Dauer: Die klassische Einteilung sind sechs Tagesetappen zwischen rund 40 und 60 Kilometern – als Genusstour mit Besichtigungen eine gute Woche. Sportliche Fahrer schaffen die Runde in vier Tagen.
  • Fahrtrichtung nach Wind: Der Rundkurs lässt sich in beide Richtungen fahren – ein Blick auf die Windvorhersage vor dem Start erspart zähe Gegenwind-Tage an der Küste.
  • Unterkünfte: Entlang der Route reicht das Angebot vom Stadthotel in Emden über Ferienwohnungen in Greetsiel und Norddeich bis zum Quartier im Fehndorf – in der Hauptsaison früh buchen, besonders in Greetsiel.
  • Gepäcktransfer: Für die Route gibt es buchbare Pauschalen mit Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft – auch eine verkürzte Schnupper-Variante über drei Etappen wird angeboten.
  • Anreise: Emden ist per Bahn gut erreichbar und der klassische Startpunkt; parken lässt sich dort kostengünstig, etwa am Wasserturm. Der Einstieg ist aber an jedem Punkt des Rundkurses möglich – auch Norden oder Aurich eignen sich als Basis.
  • Kombinieren: In Aurich und Großefehn kreuzt die Route das Gebiet der Deutschen Fehnroute, an der Küste den Nordseeküsten-Radweg – wer mehr Zeit hat, verlängert nahtlos.

Fazit: Die Friesenroute Rad up Pad ist die eine Tour, die ganz Ostfriesland zeigt – Häuptlingssitze und Kutterhäfen, Piratengeschichte und Teekultur, Wattenmeer und Hochmoor. Wer nur eine Radreise durch die Region plant, plant am besten diese.

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